Körperliche Beschwerden oder Schmerzen, aber keine körperliche Ursache wird gefunden
Somatoforme Störungen zeigen sich bei körperlichen Beschwerden oder Schmerzen, die oft keine körperliche, sondern psychische Ursachen haben.
In meiner Privatpraxis für Psychotherapie in Starnberg begleite ich Klient:innen bei der Ursachenklärung und Bearbeitung der Symptome.
Für ein erstes unverbindliches Informationsgespräch können Sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.
Begleitung bei Somatoformen Störungen in Starnberg bei München
- Sie haben körperliche Beschwerden oder anhaltende schwere quälende Schmerzen? Sie haben schon unzählige medizinische Untersuchungen immer wieder durchführen lassen. Aber es wurden keine körperlichen Ursachen gefunden bzw. die Ärzte versichern Ihnen, dass Ihre Symptome nicht körperlich begründbar sind.
- Sie bestehen immer wieder auf neue Untersuchungen, da Ihre Beschwerden und Schmerzen ja nicht weg gehen. Vielleicht haben Sie sogar den Eindruck, dass Sie manche Ärzte nicht ernst nehmen. Es fällt Ihnen schwer zu akzeptieren, dass keine körperlichen Ursachen gefunden werden können.
Somatisierungsstörungen
Sie haben schon über längere Zeit (> 2 Jahre) viele, also mindestens 6 folgender Symptome in verschiedenen Organsystemen:
- Verdauungssystem (Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Belegte Zunge, Erbrechen, Durchfall)
- Herz-Kreislaufsystem (Atemlosigkeit ohne Anstrengung, Brustschmerzen)
- Urogenitale Symptome (Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Unangenehme Empfindungen im Genitalbereich)
- Haut und Schmerzsymptome (Fleckigkeit der Haut, Schmerzen in den Gliedern, Gelenken, Extremitäten, Taubheit oder ein Kribbelgefühl)
- Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer Somatisierungsstörung leiden.
Somatoforme autonome Funktionsstörung
Sie haben Symptome, die sich mehr auf ein Organ bezieht, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert oder kontrolliert wird und haben zwei oder mehr der folgenden Symptome?
- Herzrasen, Herzklopfen (Palpitationen), Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Hitzewallungen, Druckgefühl im Epigastrium, Kribbeln oder Unruhe in der Magengegend, Brustschmerzen, Atembeschwerden (Dyspnoe) oder Hyperventilation, außergewöhnliche Ermüdbarkeit, häufiger Stuhlgang etc.
Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer somatoformen autonomen Funktionsstörung leiden. Hier kann eine moderne Psychotherapie sehr gut helfen.
Anhaltende Schmerzstörung
Sie haben anhaltende schwere und quälende Schmerzen, die aber nicht durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung erklärt werden können. Der Scherz tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf.
- Die Schmerzen sind schon über einen Zeitraum von sechs Monaten vorhanden und treten an den meisten Tagen auf. Der Schmerz beschäftigt Sie sehr und ist im Hauptfokus Ihrer Aufmerksamkeit.
- Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer anhaltenden Schmerzstörung leiden.
- Ich möchte Sie darauf hinweisen, das natürlich nur, wenn körperliche Ursachen medizinisch bereites ausgeschlossen wurden, die Möglichkeit besteht, dass die Ursache für Ihre Beschwerden durch eine psychische Krankheit ausgelöst werden. Das bedeutet, dass Ihr Körper auf psychische Belastungen, Stress oder Konflikte reagiert. Es ist wichtig zu verstehen, dass somatoforme Störungen eine anerkannte medizinische Diagnose ist. Die Beschwerden und Schmerzen sind real, nur die Ursache ist psychisch bedingt, aber wirkt sich körperlich aus.
Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer somatoformen autonomen Funktionsstörung leiden. Hier kann eine moderne Psychotherapie sehr gut helfen.
Sonderfall: Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind sehr komplex und werden nicht explizit als somatoforme Störung in der ICD aufgeführt, da sie eine Vielzahl von möglichen Ursachen haben können. Diese können sowohl körperlich als auch psychisch bedingt sein. Rückenschmerzen können durch Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfälle, Arthritis, Verletzungen und andere strukturelle Probleme, zu langen Sitzen, zu wenig Bewegung etc. verursacht werden.
Sie können aber auch durch Stress, Angst, Depression oder andere psychische Belastungen verstärkt oder ausgelöst werden. Eine umfassende medizinische Untersuchung ist oft notwendig, um organische Ursachen für Rückenschmerzen auszuschließen. Der „Rücken trägt oder erträgt oft die Last des Lebens“, deshalb ist neben den körperlichen Beschwerden, eine Analyse der psychischen Ursache und deren Behandlung sehr wichtig und in vielen Fällen erfolgversprechend.
Mögliche Ursachen der Somatformen Störung
Somatoforme Störungen können unterschiedliche Ursachen haben. Im folgenden sind mögliche Auslöser aufgeführt:
- Lebenskrisen, wie Scheidung Trennung vom Partner oder Tod eines Familienangehörigen oder enger Bezugspersonen
- Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen
- Arbeitsplatzverlust oder chronische Überforderung im Job
- Dauerhafter Stress
- Körperliche Erkrankungen, schwere Operationen oder Unfälle
- Einsamkeit
- Frühere Traumatisierungen durch Umweltkatastrophen, Gewaltverbrechen, Missbrauch oder Kriege.
Die betroffene Person regiert auf diese schwierigen Lebensereignisse mit körperlichen Beschwerden und Schmerzen. Anders formuliert, die Psyche bedient sich des Körpers, um ihr Leiden auszudrücken. Man geht davon aus, dass ca. 30% der Patienten einer Allgemeinarztpraxis unter Somatoformen Störungen leiden. Sie sind also nicht alleine.
Gesundheitsängste - ein Teufelskreis (Modell der „somatosensorischen Verstärkung“)
Der Teufelskreis bei somatoformen Störungen ist ein zyklischer Prozess, der die körperlichen und psychische Symptome in Form von Beschwerden und Schmerzen verstärkt und auch aufrecht erhalten kann.
Teufelskrei bei somatoformen Störungen (Beschreibung)
- Der Teufelskreis beginnt oft mit einem auslösenden Faktor wie einem stressigen Ereignis in der Arbeit oder im privaten Umfeld, einer schwerwiegenden Konfliktsituation oder einer traumatischen Erfahrung etc. Diese Ereignisse können zu einer starken emotionaler Belastung führen.
- Unter dem Einfluss dieser emotionalen Belastung können somatoforme Symptome auftreten. Dies können verschiedene körperliche Beschwerden wie Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen oder andere unspezifische vegetative Symptome wie Herzrasen, Druck in der Brust, Schwitzen etc. sein.
- Die betroffenen Menschen beginnen, ihre Aufmerksamkeit und Ihren Fokus verstärkt auf die körperlichen Symptome zu richten. Es entsteht eine erhöhte Sensibilität gegenüber körperlichen Empfindungen und die Symptome werden verstärkt wahrgenommen.
- Die verstärkte Wahrnehmung der Symptome führt zu Sorgen und Ängsten. Die Person macht sich viele Gedanken über mögliche ernsthafte Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme, was zu erhöhter Angst führt.
- Aufgrund der Sorgen und Ängste suchen die betroffenen Personen wiederholt medizinische Hilfe auf und unterziehen sich zahlreichen Untersuchungen. Sie hoffen, dass eine organische Ursache für ihre Beschwerden gefunden wird.
- Trotz wiederholter medizinischer Untersuchungen zeigen sich oft keine eindeutigen organischen Ursachen für die Symptome. Die Ergebnisse der Tests sind unauffällig, was zu Frustration führen kann.
- Das Fehlen eines organischen Befundes kann die Überzeugung verstärken, dass die Symptome auf eine nicht erkannte oder nicht ernst genommene körperliche Krankheit zurückzuführen sind.
- Dies verstärkt wiederum die Sorgen und Ängste.
- Wegen der aber anhaltenden Symptome und der Sorge vor möglichen körperlichen Ursachen entwickeln die Betroffenen oft Vermeidungsverhalten. Sie meiden Aktivitäten oder Situationen, die die Symptome verschlimmern könnten, was zu einer Einschränkung des täglichen Lebens führt.
- Das Vermeidungsverhalten und die anhaltenden körperlichen Beschwerden können zu sozialer Isolation, Schwierigkeiten im Berufsleben und einer erhöhten psychischen Belastung führen. Dadurch wird der Teufelskreis weiter verstärkt.
Der Teufelskreis geht weiter, da die anhaltenden Sorgen, Ängste, körperlichen Beschwerden und Einschränkungen zu einer weiteren Verstärkung der Symptome führen können. Dies verstärkt wiederum die Überzeugung der betroffenen Person, dass eine organische Ursache für die Symptome existiert und so weiter.
Auslösendes Ereignis / psychische Belastung
Beschwerden / Schmerzen
Fokus auf Symptome
Sorgen / Ängste
Untersuchungen ohne Befund
Frustration entsteht
Überzeugung: Krankheit wird nicht erkannt
Noch mehr Sorgen / Ängste
Vermeidungsverhalten
Isolation / Schwierigkeiten / psychische Belastung
Behandlung von somatoformen Störungen
Die gute Nachricht: Der Kreislauf aus körperlichen Beschwerden, Sorgen, verstärkter Selbstbeobachtung und zunehmender Belastung kann therapeutisch beeinflusst werden.
In der Behandlung betrachten wir sowohl die psychischen als auch die körperlich erlebten Beschwerden und entwickeln gemeinsam Strategien, die zu Ihrer persönlichen Situation passen. Dabei können unter anderem Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, ACT, Schematherapie, Stressmanagement und Psychoedukation eingesetzt werden.
Ziel ist es, belastende Denk- und Verhaltensmuster besser zu verstehen, den Umgang mit körperlichen Empfindungen zu verändern und wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen. Hilfreich können beispielsweise Entspannungsverfahren, ein Symptomtagebuch, der Aufbau positiver Aktivitäten und individuelle Strategien zur Stressbewältigung sein.
Ursachen erkennen und Symptome bearbeiten
Ich unterstütze Sie gerne dabei, den Teufelskreis bei somatoformen Beschwerden zu erkennen und aus diesen herauszutreten. Melden Sie sich dafür bei mir, um ein erstes Informationsgespräch zu vereinbaren.