Essstörungen sind ernst zu nehmende psychische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten und häufig auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers beeinträchtigt sind.
Sie können sich sehr unterschiedlich zeigen und bleiben für das persönliche Umfeld oftmals lange unbemerkt.
In meiner Praxis unterstütze ich Menschen mit Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung im Rahmen eines individuell abgestimmten und integrativen Behandlungsansatzes.
- Persönliche und individuelle Begleitung bei Essstörungen
- Behandlung vor Ort in meiner Privatpraxis in Starnberg
- Bewährte therapeutische Methoden, abgestimmt auf Ihre persönliche Situation
Essstörungen behandeln: Anorexie, Bulimie und Binge-Eating
Kommt Ihnen das bekannt vor?
„Ich teile Lebensmittel in erlaubte und verbotene Lebensmittel ein.“
„Wenn ich schlanker wäre, wäre ich glücklicher.“
„Ich muss das Essen unbedingt wieder abtrainieren.“
„Ich hatte wieder einen Essanfall und mache mir große Vorwürfe.“
„Ich ziehe mich lieber zurück, damit niemand mein Essverhalten bemerkt.“
Weitere Gedanken und Verhaltensweisen, die auftreten können
- „Wie viele Kalorien hat der Apfel, den ich gerade gegessen habe? Wie viele Kalorien habe ich heute schon zu mir genommen?“
- „Ich teile meine Lebensmittel in erlaubte und verbotene Lebensmittel ein.“
- „Wie viel wiege ich?“ „Ich bin einfach viel zu schwer!“ „Ich bin dick!“ „Ich bin einfach viel zu fett!“
- „Ich hasse meinen Körper. Wenn ich schlanker wäre, dann wäre ich glücklich und hätte auch mehr Freunde!“
- „Ich muss heute unbedingt 2 Stunden Sport machen, nur so kann ich das viele Essen wieder wegtrainieren, aber wie soll ich das zeitlich noch schaffen, bei dem Stress in der Arbeit?“
- „Jetzt spucke ich schon heimlich, nur damit ich nicht zunehme“; „Ich schäme mich so!“
- „Ich nehme jetzt einfach Abführmittel, dann bin ich nicht ganz so fett.“
- „Jetzt hatte ich schon wieder einen Essanfall und habe wahllos alles in mich reingeschaufelt, ich mache mir solche Vorwürfe!“
- „Ich bringe einfach gar nichts auf die Reihe, ich habe nichts unter Kontrolle.“
- „Auf die Party kann ich nicht gehen! Dann merken die anderen doch, dass ich ein Problem mit dem Essen habe. Dann bleibe ich lieber zuhause. Aber zuhause bin ich so einsam.“
- „Die anderen denken doch, ich bin viel zu fett.“
- „Meine Eltern sagen, ich bin so dünn, ich soll endlich mehr essen. Sie machen sich solche Sorgen um mich.“ „Ich meine aber gar nicht zu dünn zu sein. Ich habe alles unter Kontrolle.“
- „Ich werde nur geliebt, wenn ich Leistung bringe oder funktioniere.“
Haben Sie sich in mehreren Aussagen wiedererkannt? Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Essstörung vorliegt. Es kann jedoch sinnvoll sein, die eigene Situation professionell abklären zu lassen. Nehmen Sie dafür gerne Kontakt mit mir auf.
Was ist eine Essstörung?
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen und möglichen Ursachen. Häufig sind das Essverhalten, der Umgang mit Gewicht und Figur sowie die Wahrnehmung des eigenen Körpers beeinträchtigt.
Viele Betroffene versuchen ihre Beschwerden aus Angst vor negativer Bewertung oder aus Scham zu verbergen. Dadurch werden Essstörungen von Angehörigen und anderen Bezugspersonen nicht immer frühzeitig erkannt.
Anorexia nervosa – Magersucht
Menschen mit Anorexia nervosa haben häufig große Angst vor einer Gewichtszunahme und schränken ihre Nahrungsaufnahme stark ein. Zusätzlich können Erbrechen, übermäßige Bewegung oder der Missbrauch gewichtsbeeinflussender Mittel auftreten. Die Erkrankung kann zu erheblichem Untergewicht und ernsthaften körperlichen Folgen führen.
Bulimia nervosa – Bulimie
Kennzeichnend sind wiederkehrende Essanfälle mit dem Gefühl des Kontrollverlusts. Anschließend versuchen Betroffene häufig, einer Gewichtszunahme durch Erbrechen, Fasten, übermäßige Bewegung oder andere kompensierende Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Scham und Schuldgefühle sind häufig stark ausgeprägt.
Binge-Eating-Störung
Bei einer Binge-Eating-Störung treten wiederholt Essanfälle auf, bei denen große Mengen Nahrung in kurzer Zeit gegessen werden. Anders als bei der Bulimie folgen normalerweise keine regelmäßigen kompensierenden Maßnahmen. Viele Betroffene erleben Kontrollverlust, Scham und starke Selbstvorwürfe.
Welche Folgen können Essstörungen haben?
Essstörungen können sowohl die körperliche Gesundheit als auch das psychische Wohlbefinden und das soziale Leben erheblich beeinträchtigen. Eine frühzeitige medizinische und psychotherapeutische Abklärung ist deshalb besonders wichtig.
Mögliche körperliche Folgen
- Herz- und Kreislaufprobleme
- Hormonstörungen
- Störungen des Elektrolythaushalts
- Nierenprobleme
- Osteoporose
- Mangelernährung und starkes Untergewicht
- Zahnschäden
- Veränderungen von Haaren, Menstruation und körperlicher Entwicklung
Mögliche psychische und soziale Folgen
- depressive Beschwerden und Ängste
- Selbstwertprobleme
- starke Fixierung auf Gewicht und Aussehen
- Scham und sozialer Rückzug
- Schwierigkeiten in Beziehungen, Schule oder Beruf
- eingeschränkte Konzentration und Lebensqualität
Wie kann sich eine Essstörung entwickeln?
Genetische Faktoren
Familiäre Vorbelastungen können das Risiko erhöhen, selbst eine Essstörung zu entwickeln.
Biologische Faktoren
Hormonelle Veränderungen, neurobiologische Prozesse oder eine veränderte Regulation von Appetit und Sättigung können beteiligt sein.
Psychologische Faktoren
Perfektionismus, Ängstlichkeit, ein niedriger Selbstwert oder Schwierigkeiten bei Stress- und Emotionsregulation können eine Rolle spielen.
Soziokulturelle Faktoren
Schönheitsideale, soziale Medien und gesellschaftliche Erwartungen können die Wahrnehmung von Körper, Gewicht und Aussehen beeinflussen.
Familiäre Faktoren
Kommunikationsmuster, Beziehungen und der Umgang mit Essen, Gewicht und Körperbild im persönlichen Umfeld können Einfluss nehmen.
Frühe Lebensereignisse
Belastende oder traumatische Erfahrungen, Vernachlässigung oder anhaltender Stress können das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Belastungen und Verhaltensweisen können sich gegenseitig beeinflussen und die Essstörung aufrechterhalten.
-
01
Psychische Belastungen
Gefühls- und Stimmungsschwankungen, Ängste, depressive Beschwerden oder ein belasteter Selbstwert.
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02
Essstörendes Verhalten
Stark eingeschränktes Essen, Essanfälle, Erbrechen, übermäßige Bewegung oder andere kompensierende Verhaltensweisen.
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03
Gewichtsveränderungen
Gewichtsverlust, Gewichtsschwankungen und eine zunehmende Beschäftigung mit Figur, Essen und Körpergewicht.
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04
Verstärkende Umweltfaktoren
Aufmerksamkeit oder Anerkennung für Gewichtsverlust sowie Konflikte und Belastungen im persönlichen Umfeld.
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05
Körperliche und psychische Folgen
Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, körperliche Beschwerden, Ängste, depressive Symptome oder ein zunehmender Kontrollzwang.
Die körperlichen und psychischen Folgen können die ursprünglichen Belastungen weiter verstärken – der Kreislauf schließt sich.
Das Vorhandensein einzelner Faktoren bedeutet nicht automatisch, dass eine Essstörung entsteht. Es muss kein bestimmtes Ereignis vorliegen und niemand trägt automatisch die Schuld an der Erkrankung.
Wie werden Essstörungen behandelt?
Eine Besserung und langfristige Stabilisierung sind möglich. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Art der Essstörung, der körperlichen Situation, dem Schweregrad und den persönlichen Lebensumständen ab. Häufig ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen erforderlich.
Ambulante Behandlung
Eine ambulante Behandlung kann infrage kommen, wenn eine ausreichende körperliche Stabilität gegeben ist und die Behandlung zuverlässig im Alltag umgesetzt werden kann. Die Therapie wird individuell geplant und sollte bei Bedarf ärztlich begleitet werden.
Stationäre Behandlung
Bei erheblichem Untergewicht, akuter körperlicher Gefährdung oder einem besonders schweren Verlauf kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein. Dort sind eine engmaschige medizinische Betreuung, strukturierte Mahlzeiten und eine intensive therapeutische Begleitung möglich.
Methoden der ambulanten Behandlung
Die Behandlung einer Anorexia nervosa erfordert in der Regel ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Therapeuten und Ernährungsfachleuten. Die Behandlung sollte kontinuierlich ärztlich überwacht und bedarfsgerecht angepasst werden, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Am Ende der Behandlung steht eine Rückfallprophylaxe durch die Erarbeitung eines Notfallplans, um Sicherheit für die Zukunft zu geben.
Kognitive Verhaltenstherapie
Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine wirksame Methode, die darauf abzielt, negative Gedanken und Verhaltensmuster zu identifizieren und zu modifizieren.
So können dysfunktionale Denkmuster über Gewicht, Essen und Körperbild adressiert und verändert werden. Ziel ist es, gesündere Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit Essen und Gewicht zu entwickeln. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Schönheitsideal und mit dem eigenen Körper.
Wichtig ist, dass die Klientin lernt, ihren Selbstwert nicht über Figur, Aussehen oder Gewicht zu definieren. Auch soll der wenig hilfreichen überzogenen Kontrolle der Nahrungsaufnahme weniger Bedeutung eingeräumt werden. Ebenso können soziale Kompetenztrainings und Problemlösetrainings helfen, die Herausforderungen des Alltags besser zu bewältigen.
Darüber hinaus sollte die Selbstfürsorge und Genussfähigkeit der Betroffenen gestärkt werden. Auch sollten die wertvollen Ressourcen der Betroffenen aktiviert und genutzt werden.
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) kann bei Anorexia nervosa eingesetzt werden, um einen flexibleren Umgang mit belastenden Gedanken und Gefühlen zu fördern und werteorientiertes Handeln zu stärken. Sie hilft, den Fokus auf das Hier und Jetzt zu lenken, den Umgang mit belastenden Emotionen zu verbessern und eine akzeptierende Haltung sich selbst gegenüber zu entwickeln. Wichtig ist es, Gefühle zuzulassen und einen angemessenen Umgang mit ihnen zu erlernen.
Systemische Therapie
Die Systemische Therapie kann bei Anorexia nervosa eine wichtige Rolle spielen. Die Einbeziehung von Angehörigen kann dazu beitragen, Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und unterstützende Verhaltensweisen zu fördern.
Individuelle Ernährungsberatung und -therapie
Eine qualifizierte Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie kann im Rahmen einer interdisziplinären Behandlung ein wichtiger Baustein bei Anorexia nervosa sein. Ziel ist es, schrittweise ein bedarfsgerechtes Essverhalten zu entwickeln und bei Untergewicht eine medizinisch begleitete Gewichtszunahme und Stabilisierung zu unterstützen.
Dabei wird ein gesundes Essverhalten erlernt, das dem Körper die notwendige Energie und Nährstoffe zuführt. Dabei werden wieder alle Lebensmittel mit einbezogen, d.h. es erfolgt kein Ausschluss von z.B. zucker- oder fetthaltigen Lebensmitteln. Bei untergewichtigen Patientinnen ist die Gewichtszunahme ein wichtiger Aspekt der Behandlung. Dabei wird das Ziel verfolgt, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu stabilisieren.
Schematherapie
Die Schematherapie kann dabei helfen, die Themen hinter den Themen zu identifizieren und an möglichen Ursachen sowie aufrechterhaltenden Mustern der Erkrankung anzusetzen. Welche Herausforderungen bestehen in der aktuellen Lebensphase? Gibt es z.B. prägende Erfahrungen aus der Vergangenheit oder dysfunktionale Glaubenssätze?
Selbsthilfegruppen und Peer-Support
Selbsthilfegruppen und Peer-Support können eine wertvolle Ergänzung zur professionellen Therapie sein. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann unterstützend wirken und das Gefühl von Verständnis und Gemeinschaft vermitteln.
Besonderheiten von Behandlungen
Ambulante Behandlung bei Anorexia nervosa
Bei der Behandlung der Anorexia nervosa stehen neben der psychischen Stabilisierung insbesondere ein sicherer Umgang mit Essen, die körperliche Gesundheit, das Körperbild und die Reduzierung übermäßiger Kontrolle im Mittelpunkt. Die Behandlung sollte individuell geplant und in der Regel medizinisch begleitet werden.
Ambulante Behandlung bei Bulimia nervosa
Bei der Bulimia nervosa geht es unter anderem darum, Essanfälle und kompensierende Verhaltensweisen zu reduzieren, Auslöser frühzeitig zu erkennen und einen stabileren Umgang mit Gedanken, Gefühlen und Ernährung aufzubauen. Auch hier kann eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sinnvoll sein.
Ambulante Behandlung bei Binge-Eating-Störung
Bei der Binge-Eating-Störung stehen die Reduktion von Essanfällen, das Erkennen persönlicher Auslöser sowie der Aufbau eines regelmäßigen und stabileren Essverhaltens im Mittelpunkt. Ebenso können der Umgang mit belastenden Gefühlen, Selbstvorwürfen und einem negativen Körperbild wichtige Bestandteile der Behandlung sein.
FAQs - Häufige Fragen und Antworten zum Thema Essstörung
Woran kann ich erkennen, ob ich möglicherweise eine Essstörung habe?
Hinweise können eine starke gedankliche Beschäftigung mit Essen, Kalorien, Gewicht und Figur, strenge Essensregeln, Essanfälle, kompensierende Verhaltensweisen, Scham oder sozialer Rückzug sein. Eine sichere Einordnung erfordert eine professionelle Diagnostik.
Was ist der Unterschied zwischen Anorexie, Bulimie und Binge-Eating?
Bei der Anorexie stehen eine starke Einschränkung der Nahrungsaufnahme und die Angst vor Gewichtszunahme im Vordergrund. Bei der Bulimie treten Essanfälle und anschließende kompensierende Maßnahmen auf. Die Binge-Eating-Störung ist durch Essanfälle ohne regelmäßige kompensierende Maßnahmen gekennzeichnet.
Wann ist eine stationäre Behandlung notwendig?
Eine stationäre Behandlung kann bei erheblicher körperlicher Gefährdung, starkem Untergewicht, schweren Begleiterkrankungen oder einem Verlauf erforderlich sein, der ambulant nicht ausreichend stabilisiert werden kann.
Kann eine Essstörung ambulant behandelt werden?
Bei ausreichender körperlicher Stabilität kann eine ambulante Behandlung möglich sein. Die Entscheidung sollte individuell und gegebenenfalls gemeinsam mit Ärzten und weiteren Fachkräften getroffen werden.
Werden Angehörige in die Behandlung einbezogen?
Auf Wunsch und sofern es therapeutisch sinnvoll ist, können Angehörige oder andere nahestehende Personen einbezogen werden. Ziel ist die Förderung von Verständnis, hilfreicher Kommunikation und Unterstützung.
Ist eine Genesung von einer Essstörung möglich?
Viele Betroffene können deutliche Verbesserungen erreichen und langfristig einen stabileren Umgang mit Essen, Körper und belastenden Gefühlen entwickeln. Der Verlauf ist individuell und benötigt häufig Zeit sowie eine passende professionelle Unterstützung.